Unserem Mitglied Horst Hoppe gelang es am 9. April, einen Funkkontakt zwischen einer französischen Schulklasse und der ISS mitzuhören. Hier sein Erfahrungsbericht:
Kornwestheim, 9. April 2026
Anfang April bekam ich von der ARISS die Information, das eine Schule aus Frankreich die Möglichkeit hat, am 9 April um 12:27 Kornwestheimer Ortszeit einen Funkkontakt mit der Internationalen Raumstation ISS aufzunehmen.
Das ARISS-Programm wird von einem internationalen Konsortium von Amateurfunkorganisationen und Raumfahrtagenturen wie der National Aeronautics and Space Administration (NASA) in den USA, Rosaviakosmos in Russland, der Canadian Space Agency (CSA) in Kanada, der Japan Aeronautics Exploration Space Agency (JAXA) in Japan und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Europa erstellt und verwaltet.
Mit ARISS erleben Schüler und Studierenden weltweit die Möglichkeit, direkt mit Crewmitgliedern der Internationalen Raumstation zu sprechen. Ziel ist, die Schüler zu inspirieren sowie das Interesse an Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik zu wecken.
Einfach gesagt, läuft es dann so: Die Schüler stellen einen Fragenkatalog zusammen und stellen den Antrag für einen Kontakt mit der ISS. ARISS und Funkamateure baut eine Funkstation in der Schule auf und organisieren die Formalitäten für einen Kontakt zwischen Schule und ISS. Z. B. bei welchem Umlauf der ISS das Gespräch stattfindet und mit welchem Astronauten oder welcher Astronautin die Schüler der Schule sprechen können.
Die ARISS Organisation meldet über einen News Bulletin wann die Verbindungen zwischen ISS und einer Schule geplant ist. Das ist natürlich etwas einfach dargestellt aber so läuft das etwa..
Nun zu meiner kleinen Expedition in Kornwestheim um bei dieser Funkverbindung mitzuhören:
Zum Mitverfolgen der Funkverbindung reicht eine kleine Antenne und ein Empfänger für das 2m Band. Der Funkkontakt wird auf der Frequenz 145.800 MHz Im Amateurfunkband abgewickelt.
Über eine bestehende APP lässt sich die Position der ISS direkt auf dem Mobiltelefon verfolgen.
Meine Antenne steht frei auf dem Gelände des Freizeitparkes in Kornwestheim. Hier kann ich die Antenne frei über den Horizont schwenken, da die ISS über uns hinwegfliegen wird. Sichtbar ist die ISS mit dem bloßen Auge nicht.
Nachdem Antenne und Empfänger zusammengeschaltet sind, wird gewartet. Die ersten Signale von der ISS erhalte ich, als die ISS die Westküste von Großbritannien erreicht und überfliegt. Die Stimme der ESA Astronautin Sophie Adernot wird klarer und ist gut verständlich. Die Bodenstation stellt Ihre Fragen: Hier hört man im Empfänger nichts von der Schulstation, da die direkten Funkwellen durch die Erdkrümmung geschwächt werden und die Antenne zu klein ist. Erst als die ISS antwortet, können wir die Antworten der Astronautin Sophie Adernot mit verfolgen. Ich habe jetzt „Sichtverbindung“ zur ISS.
Es sind diesmal 18 Fragen, die von Schülern der Schule in Friville-Escarpotin in Nordfrankreich gestellt werden. Die Sprache ist diesmal natürlich französisch. Den Fragenkatalog habe ich von der ARISS erhalten und kann daher das Gespräch verfolgen.
Fragen wie:
Was waren Ihre ersten Gefühle, als Sie die Erde zum ersten Mal aus dem Weltraum sahen?
Was hat Sie dazu bewogen, Astronautin zu werden?
Sind manche Ihrer täglichen Aufgaben interessanter als andere?
Was war das Beeindruckendste, dass Sie je aus dem Weltraum gesehen haben?
Nach ca. 5 Minuten überfliegt die ISS meinen Standort im Freizeitpark Kornwestheim. Die Antenne habe ich nun mit der Hand senkrecht nach oben gestellt. Das Signal von der ISS ist stark und laut. Die ISS ist jetzt 400 km über uns. Im weiteren Verlauf des Gespräches fliegt die ISS weiter Richtung Osten. Der Fragenkatalog ist in 9 Minuten abgearbeitet.
Als die Astronautin sich von den Schülern verabschiedet, wird das Signal von der ISS leiser und verschwindet dann im Rauschen.
In ca. 90 Minuten wird die ISS wieder Kornwestheim von Westen kommend überfliegen. Eine Schule im Belgien hat sich angemeldet und wird ihre Fragen stellen. Ich kann mir die Aufregung der Schüler gut vorstellen. Diese Augenblicke des Kontaktes mit der ISS wird den Schülern zeitlebens im Gedächtnis bleiben und sie prägen. Und einige spannende Fragen sind wieder beantwortet. Wie ist es dort oben?
Als nächstes Ziel könnte in 2 Jahren die Verfolgung der Artemis Mission auf dem Mond sein.
Es bleibt spannend im Weltall und bei der Sternwarte Kornwestheim.